Rezension: Origin

Lesegrund:

 

Illuminati, The Da Vinci Code, Das verlorene Symbol, Inferno, Diabolus und Meteor - ich liebe Dan Brown und habe alle seine bisherigen Bücher verschlungen! Leider habe ich es dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse nicht zur Buchpräsentation seines neuen Buches Origin geschafft, war aber dann umso glücklicher, als ich den Thriller wenige Tage später zum Lesen in den Händen hielt.

 

Inhalt:

 

"Als der Millionär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch drei der bedeutendsten Religionsvertreter der Welt um ein Treffen bittet, sind die Kirchenmänner zunächst skeptisch. Was will ihnen der bekennende Atheist mitteilen? Was verbirgt sich hinter seiner "bahnbrechenden Entdeckung", das Relevanz für Millionen Gläubige auf diesem Planeten haben könnte? Nachdem die Geistlichen Kirsch Präsentation gesehen haben, verwandelt sich ihre Skepsis in blankes Entsetzen.

 

Die Furcht vor Kirschs Entdeckung ist begründet. Und sie ruft Gegner auf den Plan, denen jedes Mittel recht ist, ihre Bekanntmachung zu verhindern. Doch es gibt jemanden, der unter Einsatz des eigenen Lebens bereit ist, dass Geheimnis zu lüften und der Welt die Augen zu öffnen: Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, Lehrer Edmonds Kirschs und stets im Zentrum der größten Verschwörungen."

 

(Textquelle: Bastei Lübbe Verlag)

 

Meine Meinung:

 

Dan Brown hat sein neuestes Werk Origin nach altem Schemata aufgebaut: Robert Langdon wird Zeuge eines Mordes und flüchtet im Anschluss mit einer wunderschönen Frau durch halb Europa (dieses Mal ist es tatsächlich "nur" Spanien), um die Verschwörungen hinter dem Mord aufzuklären. Somit folgt Dan Brown der guten alten Weisheit: never change a winning game! Die Frage ist nur: wie lange kann man diese Strategie verfolgen, bevor sie zu bekannt wird, bevor sie für den Leser abgedroschen wirkt? Ich habe das Gefühl, ein kleiner Kurswechsel hätte dem Buch gut getan, denn beim Lesen geschieht etwas sehr untypisches für Dan Brown: die Dinge werden vorhersehbar. Bis zum Ende des Buches hatte ich noch gehofft, der eigentliche Gegner sei nicht der, den ich vermutete. Aber er war es - leider.

 

Und wenn ich schon von Antagonisten spreche: wo sind in Origin die ekelerregenden Gegner, wie sie in Dan Browns vorangegangenen Thrillern immer zu finden waren? Schließlich erinnert sich doch jeder noch an den sich selbst geißelnden Albino-Mönch Silas aus "The Da Vinci Code", oder?! Ja, diese Gestalten waren furchtbar, aber sie machten Dan Browns Bücher u.a. zu dem, was sie sind: weltweite Mega-Bestseller!

 

Auch mit dem Einbezug eines "fiktiven" spanischen Königshauses hatte ich meine Schwierigkeiten. Ich konnte mich nicht damit anfreunden, dass Brown eines der mächtigsten und bekanntesten Königshäuser Europas durch nicht-existierende und unrealistische Charaktere ersetzt: der Kronprinz von Spanien ist in Browns Origin von Geburt an Halbwaise, er heisst Julián und sein Vater ist homosexuell. Mhm, das mag Übersee-Lesern, welche ggf. mit der Zusammensetzung und Historie des Hauses Bourbon-Anjou weniger vertraut sind, nicht so sehr stören - was europäische Leser angeht, bin ich mir in dieser Hinsicht unsicher. 

 

Nun gut, genug kritisiert, denn seien wir mal ehrlich: ich nörgle hier auf hohem Niveau. Wäre es kein Buch von Dan Brown gewesen, wären meine Erwartungen andere gewesen und ich hätte hier wahrscheinlich überwiegend positiv von dem Buch berichtet. Dan Brown hat uns in den vergangenen Jahren einfach zu sehr verwöhnt und die Messlatte so hoch gelegt, dass es es selbst für ihn schwierig ist, sie immer zu halten! 

 

Fazit: Mir persönlich hätte es gefallen, wenn Dan Brown sich getraut hätte, einen kleinen Kurswechsel vorzunehmen. Nichtsdestotrotz: Trotzdem lesen! Dan Brown ist und bleibt gut!!

 

Weitere Informationen:

 

Titel: Origin

Autor: Dan Brown

Verlag: Bastei Lübbe AG, Köln

Erscheinungsdatum: 2017

Genre: Thriller

Seitenzahl: 670 S.

Preis: 28,00 € (Hardcover)