Ein wenig Eigenes #3

HIMMELWÄRTS

 

 Ich drücke meine Füsse in den warmen Sand,

weiß, auch hier hat man irgendwann gehört von Goethe, Brahms und Kant.

Die Rasen sind grün und haargenau getrimmt,

wahrscheinlich weil hier alles nur noch oberflächlich stimmt.

Der Käfig verliert die goldne Farbe,

zu mächtig ist die dunkle, arrogante Made.

Alle lachen über Twitter-Tweets und die Frisur,

und spüren doch: unter diesem Präsidenten tickt die Uhr.

 

Ich nenn dich meine zweite Heimat,

dir gehört mein Herz und frag mich doch:

Kenn ich dich noch?

 

 Ich esse Hummer, fühle mich geborgen, blicke auf das raue Meer,

wer lässt sich nicht gern blenden von der Sonne und dem Flair?

Ich seh die Bocciakugeln rollen,

und weiß, im Gegensatz zu vielen, schöpfen wir hier aus den Vollen.

Macht und Rassismus trüben dieses schöne Land,

vielen Menschen fehlt die offne, liberale Hand.

Ich habe hier geliebt und auch gelebt,

und versteh nicht, dass die Obrigkeit so viel verweht.

 

Ich nenn dich meine zweite Heimat,

dir gehört mein Herz und frag mich doch:

Kenn ich dich noch?

 

Ich hör wie die Möwen kreischen und die Wellen an die Brandung schlagen,

während wir den Neustart wagen.

Vergangen ist der Schmerz,

unsre Seelen streben wieder himmelwärts.

 Ich begreife, dass trotz Unverständnis für die Politik,

der Wert unsrer Freundschaft überwiegt.

 

Ich nenn euch meine zweite Heimat.

Euch gehört mein Herz!

  

© Jasmin Koch

Kommentar schreiben

Kommentare: 0