"Ben liebt Anna" von Peter Härtling

Peter Härtling gehört zu meiner Kindheit, zu meiner Grundschulzeit. Es gibt kaum eines seiner Kinderbücher, das ich damals nicht verschlungen habe. Als Peter Härtling in der letzten Woche starb, zog ich eines seiner Bücher aus meinem Regal: "Ben liebt Anna". Mehr als zwanzig Jahre hatte es niemand mehr aufgeschlagen.

 

Das Buch ist grell-orange, so wie alle Kinderbücher in jener Zeit aus dem Beltz & Gelberg Verlag. Auf der ersten Seite prangt ein "Ex Libris"-Stempel, die nächsten drei Seiten sind mit Tesa eingeklebt - der Klebstoff wurde wohl schon vor langer Zeit brüchig. 

 

Jede Seite ist wie ein Wiedertreffen mit alten Freunden: Ben, sein Bruder Holger, seine Eltern, sein Klassenlehrer und natürlich Anna - das Aussiedlermädchen aus Polen. Ich erinnere mich an die Geschichte, die Illustrationen und ganz in Erwachsenenmanier frage ich mich, ob ich den Inhalt als Kind tatsächlich verstanden habe. So ein Blödsinn, denke ich dann, ich war doch auch verliebt. Ich schätze, wenn wir denken, Kinder könnten sich weder verlieben noch verstehen, wie es einem anderen Kind, in einem fremden Land geht, dann implizieren wir, dass Kinder nicht (mit)fühlen können - das wäre grausam und ich vermute, das genaue Gegenteil ist der Fall. Bewegend und erschreckend ist auch die Aktualität der Thematik "Flüchtlingskinder", welche Peter Härtling 1979 in diesem Buch aufgreift. Geändert hat sich für viele Kinder seither leider nichts...

 

Ich werde Peter Härtlings "Ben liebt Anna" in Ehren halten und vielleicht wird es ein anderes Kind in einigen Jahren mit genauso viel Freude lesen, wie ich es getan habe.

 

Weitere Informationen zu dem Buch

 

Titel: Ben liebt Anna

Autor: Peter Härtling

Verlag: Beltz & Gelberg 

Genre: Kinderbuch Roman

 

 

 

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