Rezension: Honigtot

 

Lesegrund: 

Seit etlichen Monaten war mir das Buch "Honigtot", wahrscheinlich auch aufgrund des außergewöhnlichen Titels, immer wieder ins Auge gefallen. In der letzten Woche griff ich endlich danach und der Klappentext versprach auch noch einiges: eine historisch Familiengeschichte verwoben mit den Städten Seattle, Rom und München - ein Buch genau nach meinem Geschmack. Schnell war es gekauft und vor mir sollten einigen Überraschungen liegen...

 

Inhalt: 

Wie weit geht eine Mutter, um ihre Kinder zu retten? Wie weit geht eine Tochter, um ihren Vater zu rächen? Wie kann eine tiefe, alles verzehrende Liebe die Generationen überdauern und alte Wunden heilen?

 

Als sich die junge Amerikanerin Felicity in Rom auf die Suche nach ihrer Mutter macht, stößt sie dabei auf ein quälendes Geheimnis ihrer Familiengeschichte. Ihre Nachforschungen führen sie zurück in das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit und zum dramatischen Schicksal ihrer Urgroßmutter, der berühmten Opernsängerin Elisabeth Malpran, und deren Tochter Deborah. Ein Netz aus Liebe, Schuld und Sühne zerstört beide Frauen und warf über Generationen einen Schatten auf Felicitys eigenes Leben.

(Textquelle: Piper Verlag)

 

Meine Meinung:

Das Buch Honigtot überrascht zu Beginn. Es nimmt sehr schnell Fahrt auf und gibt kaum Raum und Zeit die Hauptfiguren Felicity und ihre Mutter Martha näher kennenzulernen, ehe ein Zeitsprung die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts stattfindet und die neuen Hauptfiguren Gustav und Elisabeth auf den Plan treten. Immer klarer wird jetzt dem Leser, dass die Thematik des Buches vorrangig die Judenverfolgung im Dritten Reich ist. Diese Fokussierung war mir persönlich alleinig durch den Klappentext nicht bewusst gewesen.

 

Auch der Mittelteil ließ mich stutzen: Hauptfiguren verschwinden, sterben, werden zurückgelassen, ohne dass der Verlust in der Tiefe bearbeitet wird. Mit einem Mal liegt der Schwerpunkt  auf einer sadistisch-sexuellen Beziehung und es stellt sich die Frage, ob es sich noch um das gleiche Buch handelt, in dem es soeben vorrangig noch um die Deportation von Millionen von Menschen ging?

 

Und dann kommt das Ende des Buches: gewaltig, unvermutet, bewegend. Alles fügt sich, alles passt. Die Hauptfiguren finden ihre Tiefe, ihren Raum und ihren Platz. Versöhnt und vielleicht ein wenig beschämt über die eigene Ungeduld, erreicht der Leser die letzte Seite. 

 

 Fazit:

 

Honigtot ist ein gelungenes Buch mit, auf den ersten Blick, vermeintlichen Schwächen, aber einem überragenden Ende. Durchhalten - es lohnt sich!

 

Informationen zu dem Buch:

Titel: Honigtot

Autor: Hanni Münzer

Verlag: Piper Verlag (14. Auflage November 2016)

Kategorie: Roman

ISBN: 978 - 3 - 492 -30725-3

 

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